Bildanalyse – Der einsame Birnbaum

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Autor: Dolmant alias Kai R.

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Spiegeln oder nicht spiegeln, das war hier die Frage.

Bei Kais Bild vom einsamen Birnbaum kam die Frage auf, ob er das Bild evtl. spiegeln solle. Ich war der Meinung, dass er das nicht machen sollte und ihm selbst widerstrebte es, ohne dass er es begründen konnte. So habe ich mal wieder ein paar Striche ins Bild gemalt, um mir der Bildelemente und deren Wirkungsweise hinsichtlich des Aufbaus bewusst zu werden.

Ich finde die Bildkomposition gelungen und subjektiv ist es genau auf meiner Wellenlänge. Es handelt sich hier meiner Meinung nach um eine Dreieckskomposition. Die Beschreibung meines Blickes beginnt über die Diagonale (steigende Linie) von unten links bis zu Baum, dann den Baum entlang hoch in die Krone (aufstrebende Linie mit großem Punkt), dann zur kleinen Gruppe im HG (ein Punkt = relativ hohes Gewicht durch die Form) und wieder zurück zum Ausgangspunkt.

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Rot = Punkte bzw. Kreise
Weiß = Kompositionslinien im Bildformat
Blau = Linien (echte und gedachte)
Grün = mögliche Blickrichtung

 

 

Würde das Bild horizontal gespiegelt werden, wird aus der Dreiecksfläche unten, der diagonale Schenkel zur abfallenden Linie. Der Einstieg wird möglicherweise von oben über die Baumkrone stattfinden und der Blick fällt dann nach unten auf die Horizontlinie zum Punkt der Gruppe. Unterstützt durch die jetzt abfallende Diagonale rutscht der Blick aus dem Bild hinaus.

Zur Technik: Nach meiner Meinung ist das Bild gut belichtet. Im Himmel ist ausreichend Zeichnung und die Schatten sind gut durchgezeichnet. Durch die große helle Himmelsfläche tendiert das Bild zu einem High-Key, was auch der Blick ins Histogramm bestätigt. Entweder wurde der Himmel gut in die Belichtungsmessung mit einbezogen oder die Belichtung nach Plus korrigiert. Das führt zu pastelligen, entsättigten Farben und untermalt die Novemberstimmung mit weicher Melancholie.

Alles in allem finde ich das Bild nach der Analyse um so bemerkenswerter. Ich bin immer wieder erstaunt, wie Bilder, die im ersten Moment eher durchschnittlich erscheinen, nach genauer Betrachtung enorm an Wert gewinnen.

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